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Ich bin stark

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Gleich mal vorab, keine 5 Minuten nach dem diese wundervollen Bilder unserer Tochter entstanden sind, lag sie am Boden. Gestolpert. Mit Platzwunde an der Stirn...

Und einmal mehr hat eins meiner Kinder mir wieder so fest bewusst gemacht, was wirklich zählt im Leben.

Eileen rannte, stolperte und schlug mit dem Kopf auf der Steinplatte auf. Eine Platzwunde und viel Blut. Also mal ehrlich, echt ne ganz doofe und unangenehme Situation. Sie hat sehr geweint. Noch mit schluchzen sagt sie in meinen Armen zu mir: ,Mamma, wir müssen wirklich aufpassen, dass das sonst niemandem mehr passiert. Das wäre wirklich so blöd und dann würde ihm dass selbe wie mir passieren.' 

Wow ich war echt grad sprachlos. Wenn mir so was passieren würde, würde ich wohl zuerst richtig Fluchen und dann versuchen einen Schuldigen zu finden, warum ICH jetzt da umgefallen war. Aber Eileen war aus tiefem Herzen besorgt, dass es sonst noch jemandem so ergehen könnte, was ja wirklich auch schlimm wäre. Aber sie hat niemandem die Schuld gegeben (ja gut, einbisschen sich selbst. Sie hat noch gesagt 'Hätte ich mich bloss schneller aufgefangen...' Ja klar, ist auch immer total einfach...).

Und nach ein paar Minuten, als es noch immer blutete, sie noch immer etwas weinte und ich ihr sagte das es schon eine ziemliche Wunde sei, sagt sie zu mir: , Ach weisst du Mamma, dass hätte ja noch viel schlimmer sein können. Und es gibt noch andere, denen gehts viel schlimmer als mir.'

Bääääääm...

 

Ja genau. Niemand sagt, dass ihr nicht was schlimmes passiert ist. Dass sie keine Schmerzen hat.

Aber das heisst auch nicht, dass man alles positive, alles Gute gleich aus den Augen verlieren muss.

 

Wie oft jammern wir. Über kleine und grosse Dinge. Und vergessen dabei die kleinen und grossen Dinge im Leben, die unser Leben lebenswert machen. Sachen die uns ein Lächeln ins Gesicht zaubern oder unsere Augen leuchten lassen. Kleine Aufmerksamkeiten oder grosse Wunder.

So schnell ist es passiert, dass wir den Fokus nur noch auf das Negative lenken. Wir sehen nur noch die schlechten Dinge. Urteilen über andere, reden negativ über unsere Mitmenschen, lassen uns von Schmerzen oder Krankheit so lähmen, dass wir die schönen Dinge im Leben nicht mehr sehen.

 

Es ist so viel einfacher, zu jammern. Mitleid zu suchen, als nach Vorne zu schauen.

Lass uns durch das Gewitter zu rennen, als rückwärts zu laufen, in der Hoffnung davon zu kommen, aber dabei immer retour zu gehen und nicht weiter zu kommen im Leben.

Versteht mich nicht falsch. Ich meine nicht, dass man nicht erzählen darf, wenn etwas nicht gut ist. Austausch ist wichtig. Auch Personen, welche einem Helfen und Durchtragen.

Aber es ist wichtig, wo der Fokus liegt. Denn so oft verstecken wir uns hinter der Krankheit, hinter dem Schlechten und suchen Mitleid. Anstatt uns den Dingen zu stellen.

Wie viel einfacher ist es, Selbstmitleid zu haben, die Schuld bei anderen zu suchen und andere zu verurteilen, anstatt an seiner eigenen Persönlichkeit zu schleifen und etwas an sich selbst zu verändern.

Wie schön wäre es, wenn wir den schönen kleinen, grossen Dingen in unserem Leben mehr Beachtung schenken würden. Ich meine nicht das schlechte Ignorieren, aber  mit guten übertrumpfen. Das gibt uns auch Kraft, in schwierigen Zeiten durchzuhalten.

 

Ach und denkt nicht ich könnte das immer. Aber ich versuch es immer und immer wieder. Und falle auch immer wieder rein, aber das hindert mich nicht daran es wieder zu versuchen und mein bestes zu geben. Ich möchte kein Jammerlapen sein. Ich möchte einen Starken Charakter entwickeln, der Schwäche zeigen kann, sich aber nicht dadurch dominieren lässt.

Ja und noch ein paar Worte zum genähten... Fast vergessen.

 

Für diesen wunderschönen, zarten neuen Stoff von Staghorn hab ich etwas gebastelt... 

Die Belle hat es mir ein bisschen angetan und da nun doch die kühleren Tage näher rücken und es Langarm im Kindergarten praktischer ist als ohne Ärmel mit Jäckchen drüber, hab ich mir das Schnittmuster etwas zurechtgebastelt und der Belle kurzerhand lange Ärmel verpasst (und ich habs auch noch für die Lielle gemacht, geht wirklich prima). 

Mit dem Ergebnis bin ich mehr als zufrieden.

 

Und wisst ihr was...

Ich liebe liebe liebe Eileen's Löckchen in den Haaren. Sie ist so schön.

 

Love

Debbie

FACTS

Stoff: EP* von Staghorn

Schnitt: Belle von Rosarosa, abgewandelt mit langen Ärmeln

Lederkordel von Namijda

Schal aus Musselin, selbstgebastelt, mit der Knotenidee von Liael

Label von Dortex

 

*wurde mir im Rahmen vom Designnähen kostenlos zur Verfügung gestellt.

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Kommentare: 3
  • #1

    Steffi (Sonntag, 02 September 2018 20:27)

    Wow ein wunderschönes Kleid ist das, toll genäht. Der Stoff passt toll zu ihr.

  • #2

    Natascha (Dienstag, 04 September 2018 20:50)

    Danke für diesen blogpost. So wahr!
    ❤️

  • #3

    Linalin (Sonntag, 09 September 2018 08:19)

    So schön und so stark. Unglaublich, was in den Kindern steckt ♡