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Wie schaffe ich bloss den Alltag?!

Wirklich jetzt, wie schafft ihr den Alltag mit Kindern, Job, Haushalt, Terminen...

Bitte her mit all euren Tipps, Tricks und Geheimwaffen.

 

Ich bin ja total der Freiheitsmensch. Am Liebsten würde ich mich bei fast nichts binden oder festlegen und immer gerade frei entscheiden.

Gut, nach der Geburt von unserer ersten Tochter kam dann die super Realität - dass geht nicht! Und das Leben als Mutter ist definitiv um einiges einfacher, wenn der Alltag etwas (möglicherweise auch etwas mehr...) Struktur hat. Sollten ja auch schon die Kinder lernen, also geh mal als Mutter mit gutem Beispiel voran.

Aber das gelingt mir jedoch echt nur ganz bedingt. Wie viel Struktur erträgt mein Alltag, damit ich mich nicht total eingeengt fühle?


Ja klar, es fängt ja bei kleinen Dingen an.

Menuplan für eine Woche erstellen - hab ich versucht, schaff ich jedoch beim beste Willen (noch) nicht.

Einen Plan für die wichtigsten Dinge im Haushalt, wie putzen, waschen und so - hab ich auch, aber nach der ersten Euphorie gut ignoriert. Klar mache ich auch den Haushalt, putze,koche,wasche, aber da wäre wohl noch echt viel Potential nach oben.

Eine übersichtliche Agenda führen - wow, dass kann ich. Immerhin schon etwas das uns den Alltag erleichtert, ohne wichtige Termine zu vergessen.

Das Hauptproblem liegt dann wohl an den Kinder, inzwischen drei. Ich möchte das sie genau nicht so schlimm werden wie ich. Also versuche ich ihnen das wirklich mit viel Liebe beizubringen. ABER die Kinder schauen ja das meiste ab. Mist - denn was wollen sie abschauen bei mir?! Dass ich keine Struktur im Alltag hinbekomme oder einfach zu wenig, dass es unseren Alltag massiv vereinfachen würde?


Wer kennt sie nicht, DIESE Tage.

Sie beginnen damit, dass schon vor dem Frühstück alle weinen. Dann merke ich, dass ich vergessen habe ein frisches Brot zu backen oder eins aus der Gefriertruhe zu nehmen am Abend vorher (eben diese Struktur...). Dann die Frage, was gibts zum Frühstück? Ja - Porridge geht rasch und alle mögens (ausser mir). Immerhin eine Lösung für das Problem Frühstück wäre gefunden.

Dann die Grösste den halben Weg zum Kindergarten fahren - viel zu spät, da die Uhr genau 10 Minuten vor abfahrt stehen geblieben ist und ich es nicht bemerkt habe.

Danach die Küche wieder aufräumen. In dieser Zeit wird die ganze Garderobe von den Kleinen Zwei verunstaltet. Also wieder aufräumen, nachdem es so schlimm ist, dass sie es nicht mehr können. 

Dann meine Lösung, Kinder spielen draussen. Immerhin ein Ort, an dem sie nicht gerade ALLES verwüsten können.

Beim Mittagessen gibts als erstes ein Gemecker, ohne dass sie vorher auch nur probiert hätten - meine Nerven schon ziemlich strapaziert und eigentlich hätte ich einfach gerne einen Moment ruhe und Zeit für mich. 

Dann kann einer, innert wenigen Minuten, vom WC aus das ganze Badezimmer überfluten mit ALLEN WC-Rollen, WC-Papier bis ins unendliche abgewickelt und überall Zeitschriften verteilt. Ich - kurz vor einem Wutanfall - beherrsche mich und lasse ihn alles wieder aufräumen. Was eine gefühlte Ewigkeit dauerte.

Auch die Kleine lässt es krachen - denn wer braucht schon Windel, wenn man auch 3x auf dem ganzen Boden verteilt Kacken kann. Also Windeln werden definitiv überbewertet - das Geld könnte ich einsparen...

Am Nachmittag müssen wir noch einkaufen. Also los, denn die Einkaufsmöglichkeiten sind beschränkt und wir fahren 20min zum nächsten grösseren Laden. Da angekommen suche ich eine Münze fürs Wägeli, da merke ich, wie ein süsses Mädchen mal wieder meine Tasche leergeräumt hat - natürlich auch die Brieftasche. Wunderbar. Also erkläre ich meinen Kindern (natürlich nicht zum ersten Mal), dass wir ohne Geld nicht einkaufen können und das diese Tasche mir gehört und bitte sie sehr inständig, diese nicht wieder aus zu räumen. Natürlich in einem so entspannten und freundlichen Ton, wie ich ihn irgendwie hervor brauchte, damit nicht der ganze Parkplatz aus uns aufmerksam wurde. Wir fahren wieder nach Hause.

Es ist erst 16.00 Uhr und ich wünschte mir nichts mehr als dass der Tag einfach vorbei wäre.

 

Und ich frage mich wirklich, wieso meine ganzen Worte und was ich ihnen mitgeben möchte nicht ankommt und fruchtet...

Ja, also ganz tief drin wusste ich ja schon, dass das Problem möglicherweise auch bei mir liegen könnte. Zumindest ein bisschen. Also ja klar, nur ganz ganz Wenig. Also fast nicht. 

Aber ja, es würde sich wohl lohnen, mal zu Fragen, was ich den anders machen könnte. Wer weiss, ob meine Kinder etwas abschauen würden und sich unser Alltag verändern könnte...

Wir beginnen also ganz am Anfang. und ich versuche nun ganz dezent und zart, etwas mehr Struktur in MEINEN Alltag zu bringen. Das könnte wohl eine Lösung sein, welche uns alle entlastet.

 

Das Frühstück. Sieht bei uns nun so aus. Ein Müesli, natürlich total gesund. Welches wir alle so zubereiten können, damit es jedem schmeckt. Wir machen es gemeinsam vor dem Nachtessen, stellen es in den Kühlschrank und der Morgen beginnt doch schon mal etwas entspannter. Denn jeder weiss, er hat sein Müesli im Kühlschrank und wir können ohne stress den Morgen gemeinsam beginnen.


Rezept

Einfach alles der Reihe nach in ein verschliessbares Glas füllen. Die Menge ist so für eine Erwachsene Person, bei den Kindern mache ich nur die Hälfte.

 

4 EL Haferflocken (grobe & feine gemischt)

1 TL Frooggies Fruchtpulver (die Kinder nehmen lieber Schoggipulver)

80ml Milch

3 EL Joghurt

 

Nach Bedarf Beeren, Schokostreusel, Nüsse oder was man mag oben drauf

 

Deckel verschliessen uns über Nacht im Kühlschrank ruhen lassen.

Am Morgen nur noch rausnehmen und geniessen.


Na, dass ist doch mal ein Anfang.

Meine Selbstdisziplin wäre auch nicht so schlecht, also wage ich mich nun als nächstes wieder an den Haushaltplan. Natürlich werden die Kinder mit einbezogen. Mal schauen wie weit wir es schaffen. Und der nächste Punkt wäre dann noch der Menuplan.

Aber eins nach dem andern.

 

Wie macht ihr das im Alltag? ich nehme alle Tipps gerne an und hoffe, noch ein wenig Inspiration zu bekommen.

 

 

Love

Debbie

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Kommentare: 3
  • #1

    Nadia Wasmer (Donnerstag, 26 Oktober 2017 22:56)

    Liebe Debbie
    Ach, ich versteh dich bestens. Mit noch nur 1 Kind, geht es glaub ich etwas einfacher. (Weniger Schmutz, weniger Stress, weniger Gemecker)

    Menu Plan: naja, mal mehr, mal weniger. Meistens ist das Problem, wenn ich keinen mache, fehlt mir die Hälfte der Zutaten für spontane Ideen. Kaufe ich einfach nach gut Dünken ein, gebe ich mehr Geld aus und habe dauernd Lebensmittel, die ich vor dem Verderben retten muss, im Kühlschrank.

    Frühstück: es lebe Toastbrot. Davon habe ich immer 2 Packungen im TK. Die gefrorenen Scheiben einfach etwas länger toasten.

    Ordnung: entweder den ganzen Tag nach dem Motto, möglichst vorne weg aufräumen (ziemlich anstrengend) oder 15 min vor dem Abendessen eine intensiv Aufräumaktion starten.

    Und sonst....
    ich versuche immer in meiner besten Zeit, etwas mühseliges zu erledigen.
    (Zb nach dem Morgenkaffee, wenn spielen drin noch toll ist, das Mittagessen vorbereiten, erspahrt den Stress beim Blick auf die Uhr un 11Uhr 30)

    Aha und mittlerweile habe ich mir für jeden Ort rund um/im Haus eine Aufgabe überlegt.
    Wenn ich dann warten muss, weil Sohnemann zB wieder mal um den Briedkasten wischen will, wische ich unterdessen die Treppe zum Briefkasten runter, oder sammle den Flieder, der daneben wächst ein.
    (Diesen Tipp habe ich übrigens von meiner Schwiegermama :-)

    Am aller wichtigsten .... sich freuen über das Erreichte, nicht auf den Berg Arbeit blicken.

  • #2

    Linalin (Dienstag, 09 Januar 2018 20:37)

    Liebe Debbie,

    bei RUMS bin ich auf Dein Bild von der neuen LaSilla in Schwangerschaftsversion gestoßen und war so begeistert, dass ich mir Deinen Blog angesehen habe und ganz fasziniert bin. Bei diesem Family-Eintrag bin ich hängen geblieben. Ich kann so gut nachvollziehen, was Du da schreibst und musste viel Schmunzeln. Ich bin selbst Mama von vier Kindern, die wahrscheinlich ähnlich eng beieinander sind wie Deine. Das älteste ist 7, das jüngste 2 Jahre alt. Und ja, es gibt sie, diese Tage, an denen man einfach gerne ein großes Loch in den Boden graben würde, um kurz mal darin zu verschwinden und das ganze Chaos und den ganzen Trubel nicht mehr hören und sehen zu müssen, wie oft zweifelt man da an sich selbst. Aber es gibt auch so viele schöne Momente, wo die Kinder einem so viel Liebe und Wärme zurück geben, wo man miteinander lachen und glücklich sein kann und es sind diese Momente, die einem immer wieder deutlich machen, dass es genauso richtig war und ist und trotz mancher Schwierigkeiten es sich lohnt die Hürden auf sich zu nehmen und für die Familie da zu sein. Und schön auch, wie Du die Zeiten beschreibst, die Du und Dein Mann, die Ihr euch als Ehepaar nehmt, die kleinen und großen Aufmerksamkeiten, die so wichtig sind um einander zu zeigen, dass man füreinander da ist und dass ohne diese warme Zweisamkeit eine Familie gar nicht möglich wäre. Und auch die Zeit für einen selber, die wahrscheinlich bei den meisten Müttern (zumindest von kleinen Kindern) zu kurz kommt, aber genauso wichtig ist. Ich habe vor ein paar Jahren mit dem Nähen begonnen und liebe diese Auszeiten, in denen ich wirklich abschalten, kreativ sein und alles andere für eine Weile vergessen kann. Deshalb gefallen mir Deine LaSilla, das Hühnermädchen und das Geburtstagskleid für Deine Große auch so sehr.

    Mach weiter so. Ich freue mich auf mehr Beiträge und Geschichten.

    Linalin

  • #3

    herzgeweckt. (Donnerstag, 11 Januar 2018 21:46)

    Vielen lieben Dank für eure ermutigenden Worte, Tipps und Tricks <3